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Thema des Monats

Der Niedersächsische Weg

Der Niedersächsische Weg ist eine Vereinbarung zwischen dem Land Niedersachsen (vertreten durch das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz sowie das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz), dem NABU Landesverband Niedersachsen e.V., dem BUND Landesverband Niedersachsen e.V., der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und dem Landvolk Niedersachsen - Landesbauernverband e.V. Durch verschiedene Maßnahmen soll landesweit mehr Natur, -Arten- und Gewässerschutz erreicht werden. Die Mitwirkung der landwirtschaftlichen Berufsvertreter hat zum Ziel, dass die Maßnahmen praxisgerecht umgesetzt werden können und nicht von der Politik übergestülpt werden.



Die Vereinbarung wurde im Mai 2020 von allen Beteiligten unterzeichnet. Folgendes ist seitdem bei den verschiedenen Maßnahmen passiert oder wird in Aussicht gestellt:


•    Einführung der neuen Biotoptypen „Arten- und strukturreiches Dauergrünland“ sowie „Streuobstwiesen“: Änderung des Niedersächsischen Ausführungsgesetztes zum Bundesnaturschutzgesetz ist am 11.11.2020 erfolgt.


•    Verschärfungen beim Verbot des Grünlandumbruch, dafür Erleichterungen bei der oberflächlichen Narbenerneuerung: Änderung des NAGBNatSchG ist am 11.11.2020 erfolgt.


•    Intensive Betreuung der Natura-2000-Gebiete mit Erarbeitung von Programmen zum Wiesenvogelschutz: Umsetzung bis Ende 2021


•    Landesweiter Biotopverbund auf 15% der Landesfläche: Umsetzung bis 2023


•    Für Gewässerrandstreifen an Gewässern 1. Ordnung sind 10 m, an Gewässern 2. Ordnung 5 m und an Gewässern 3 Ordnung 3 m vorzusehen. In Gebieten mit einem sehr engem Gewässernetz oder zahlreichen durch Gewässer abgegrenzten schmalen Nutzflächen darf der Streifen auf einen Meter Breite reduziert werden. Hier sind Dünge- und Pflanzenschutzmittel verboten: Änderung des Niedersächsischen Wassergesetzes ist am 10.12.2020 erfolgt


•    Aktionsprogramm Insektenvielfalt: Veröffentlicht im Dezember 2020


•    Überarbeitung der Roten Listen (Verzeichnisse ausgestorbener, verschollener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten: Die Listen haben einen sehr unterschiedlichen Bearbeitungsstand von 1990 bis 2016. Bis Mitte 2025 sollen alle überarbeitet und zukünftig alle 5 Jahre aktualisiert werden.


• Kompensationskataster für die Bauleitplanung, um Ausgleichsflächen nicht doppelt zu beplanen und sie besser kontrollieren zu können: Umsetzung offen

• Flächendeckende Beratung der Landwirte für einen verbesserten Biotop- und Artenschutz bis 2025

• Landeseigene Acker- und Grünlandflächen sollen ökologischer und nachhaltiger bewirtschaftet werden: Vorgabe entsprechender Bewirtschaftungsauflagen jeweils beim Abschluss neuer Pachtverträge

• Landeseigene Waldflächen sollen zukünftig 65% Laubbäume sowie 40 Festmeter Totholz pro Hektar aufweisen. Laut Bundeswaldinventur 2012 waren es 28,6 Festmeter; die nächste Bundeswaldinventur startet gerade jetzt. Außerdem sollen die Bäume älter werden. Änderung des Niedersächsischen Gesetzes über den Wald und die Landschaftsordnung ist am 11.11.2020 erfolgt.

• Umgestaltung der Agrarpolitik hin zu mehr Gemeinwohlleistungen: Aktuell wurde im Kreis Harburg die Gebietskulisse für die Anlage mehrjähriger Schonstreifen für Ackerwildkräuter (BS3) deutlich ausgeweitet.

• Der ökologische Landbau soll bis 2030 auf 15 % (jetzt knapp 5 %) ausgedehnt werden. Die Fördermaßnahme BV1 – Ökologischer Landbau ist aktuell die einzige, welche unabhängig von der bevorstehenden Agrarreform auf 5 Jahre abgeschlossen werden kann.

• Klimaschonende Bewirtschaftung von Moorflächen (Niedersachsen hat 256.000 ha Acker- und Grünlandfläche auf Moorboden): Vorstellung des „Eckpunktepapier mit Ansatzpunkten zur zukünftigen Förderung der klimaschonenden Bewirtschaftung“ mit konkreten Projekten Ende Oktober 2020

• Programm zur Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes bis Mitte 2021: Bundesweit werden aktuell moderne Feldspritzgeräte mit 40% bezuschusst, die Pflanzenschutzmittel noch zielgerichteter ausbringen können

• Die Neuversiegelung von Flächen in Niedersachsen wird auf Netto-Null bis spätestens zum Jahr 2050 reduziert. 2019 lag sie bei 2,68 Hektar pro Tag.



Ausblick auf das nächste Thema des Monats

Wir werden spontan ein spannendes Thema finden!