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Thema des Monats

Pferde halten oder halten lassen?

Die Pferdehaltung ist zu einem bedeutenden Unternehmensfeld in den Harburger Landwirtschaftsbetrieben geworden. Während in früheren Zeiten die Arbeit und die Zucht mit den Tieren im Vordergrund standen dominiert heute die Pensionspferdehaltung. PferdeeigentümerInnen werden die unterschiedlichsten Haltungsformen angeboten – von der unbefestigten Offenstallhaltung bis hin zu noblen Einzelboxen mit Reithalle, Führanlage und Solarium. Einige Reitanlagen haben sich auf bestimmte Pferderassen spezialisiert wie z.B. Isländer. In der Regel bieten BereiterInnen oder TrainerInnen ihre Dienste an, damit sich Mensch und Tier gemeinsam weiter entwickeln können.


Bei Preisen von bis zu 500 Euro pro Monat und Box überlegen sich manche ReiterInnen, ihre Pferde selbst zu halten. Relativ unkompliziert möglich ist das, wenn man über ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebäude verfügt. Sind dort früher Tiere gehalten worden kann man über die zuständige Gemeinde einen Antrag auf Nutzungsänderung, hin zu Pferden stellen. Mit einem angrenzend zugepachtetem Stück Weidefläche ist man seiner Hobby-Pferdehaltung schon ein gutes Stück näher gekommen. Wichtig ist dann noch die sichere Mistlagerung, d. h. es darf kein Sickersaft auslaufen. Eine Mistlagerung außerhalb eines Stalles muss auf einer Mistplatte erfolgen, die entweder überdacht ist oder bei der sich eine Grube befindet, in der der Sickersaft aufgefangen werden kann. Jeder Pferdehalter muss für seinen Pferdemist eine Mindestlagerkapazität von zwei Monaten vorweisen. Der Pferdehalter kann den anfallenden Pferdemist im Tiefstall (Mistmatratze) lagern, diese Art der Lagerung wird auch als sichere Lagerung akzeptiert, wenn dies plausibel ist. Weiterhin kann die zweimonatige Lagerverpflichtung ggf. über einen wasserdichten Container erfüllt werden. Der Container muss entweder abgedeckt werden oder unter Dach stehen.

Schwieriger wird die Situation, wenn kein Stallgebäude vorhanden ist und man im Außenbereich einen neuen Unterstand errichten möchte. Laut niedersächsischer Bauordnung benötigt man für „Gebäude mit nicht mehr als 100 m² Grundfläche und 5 m Höhe, die keine Feuerstätte haben und einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb oder einem Betrieb der gartenbaulichen Erzeugung dienen und nur zum vorübergehenden Schutz von Tieren oder zur Unterbringung von Erzeugnissen dieser Betriebe bestimmt sind“ keine Baugenehmigung. Die Voraussetzung des landwirtschaftlichen Betriebes muss also gegeben sein. Und hier wird sehr genau hingesehen, ob sich mit der Pferdehaltung auch Geld verdienen lässt oder ob es doch nur eine Hobbyhaltung ist. Der Außenbereich soll nämlich so weit es geht von Bebauung freigehalten werden.

Neben dem Baurecht müssen weitere gesetzliche Vorgaben beachtet werden. So wurden z.B. im Landkreis Harburg einige Landschaftsschutzgebiete neu ausgewiesen. In den jüngsten Verordnungen wie etwa der für das LSG „Luhe und Nebengewässer“ gilt für bestimmte Grünlandflächen, dass die Beweidung mit Pferden „nur in begründeten Einzelfällen nach vorheriger Erlaubnis durch die zuständige Naturschutzbehörde durchgeführt werden“ darf.

Bevor man in die eigene Pferdehaltung einsteigt gibt es somit eine Menge Details abzuklären und oft wird man an schwer überwindbare Hürden stoßen. Deswegen sollte man sich in erster Linie mit den vielfältigen Angeboten unserer landwirtschaftlichen Pferdebetriebe auseinandersetzen. Die machen das beruflich und setzen sich tagtäglich mit den Bedürfnissen von Pferd und ReiterIn auseinander.



Ausblick auf das nächste Thema des Monats

Wir werden spontan ein spannendes Thema finden!