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Thema des Monats

Heimisches Eiweißfutter

In Zeiten hoher Düngerpreise gewinnt der Anbau von Körnerleguminosen an Bedeutung. Über ihre Knöllchenbakterien können sie nämlich Stickstoff aus der Luft binden, so dass dieser Nährstoff nicht gedüngt werden muss. In allen Kraftfuttermitteln steckt Eiweiß, welches oft aus südamerikanischen Sojabohnen stammt. Auf diese kann ein kleines Stück weit verzichtet werden, wenn man heimische Erbsen, Bohnen oder Lupinen einsetzt. Im Rahmen der GAP-Reform 2023 wird es finanziell honoriert, wenn man im Rahmen einer weiten Fruchtfolge mindestens 10 Prozent der Ackerfläche mit Eiweißpflanzen bestellt.


Nachteilig ist die oft nicht befriedigende Ertragsstabilität der Leguminosen. Je mehr Landwirte in den Anbau einsteigen, desto mehr Saatgut wird benötigt und desto mehr Aufwand kann jedoch in die Züchtung ertragreicher Früchte investiert werden. Außerdem muss sich dann auch noch die nachgelagerte Industrie mehr mit der Logistik und Verarbeitung von Erbsen, Bohnen und Lupinen beschäftigen. Es müssen schon einige Tonnen Erntegut zusammen kommen, damit es sich für den Landhandel lohnt, ein Lagerabteil vorzuhalten.


Es folgt ein kurzer Überblick zu den wichtigsten ackerbaulichen Gesichtspunkten:


Erbsen


leichte bis mittelschwere Böden
Ertragsniveau 30 bis 60 dt/ha
trockene Aussaat, lieber später säen als zu früh und feucht
Saat Ende Februar bis Mitte April
Frosttoleranz bei –3 bis –5°C,  minimale Keimtemperatur 4°C
Nährstoffbedarf 50 kg P2O5, 120 kg K2O und 20 kg MgO
Anbaupause mindestens 5 Jahre
Erntetermin Anfang-Mitte August bis September bei 16 bis 19 % Kornfeuchte
Druschreife: Stengel und Blätter raschelnd-brüchig  mit gelb-hellbraunen, trocken-zähen Hülsen



Ackerbohnen

Tiefgründige, gut wasserversorgte Böden Sandböden aufgrund schlechterer Wasserführung und geringerem pH-Wert eher ungeeignet
Aussaattiefe 6 - 10 cm je nach Wasserverfügbarkeit, Ende Februar bis Mitte April
Nährstoffbedarf 60 kg P2O5, 90 kg K2O und 15 kg MgO
Anbaupause mindestens 4 Jahre und die räumliche Distanz zwischen Leguminosenschlägen möglichst groß halten, um Befall mit Blattrandkäfer und Samenkäfer entgegenzuwirken
Ernte September mit 35 – 70 dt Standardertrag
Folgefrucht stehen 30 bis 50 kg/ha Stickstoff zur Verfügung

Lupinen

hohe Proteingehalte 35 - 45 %, sehr geringe Stärkegehalte, sehr gutes Futtermittel
Aussaat ab 10. März bis max. Mitte April Nährstoffbedarf 50-60 kg P2O5, 80-100 kg K2O (auf Lehm nur 40), 15 kg MgO, 20 – 40kg S, Mangan
Anbaupause mindestens 4 Jahre

Sojabohnen

Standort: Leichte und gute erwärmbare Böden bevorzugt, bei Sandböden sollte Beregnung möglich sein.
Hauptaugenmerk bei der Sortenwahl sollte die zeitige Abreife sein
Aussaatzeit: Mitte April bis Anfang Mai (ca. 10 ˚C Bodentemperatur), frosttolerant bis ca. -3 ˚C
Impfung des Saatgutes bei Erstanbau erforderlich
Nährstoffbedarf: 40 – 50 kg/ha P2O5, 50 – 60 kg/ha K2O, 15 kg/ha MgO
Erntezeit: September bis Mitte Oktober
Soja ist begrenzt selbstverträglich, mind. 4 jährige Anbaupause zu Sonnenblumen und Raps (Sklerotinia)
Schädlinge und Krankheiten treten bisher nur selten auf, Unkrautregulierung ist entscheidend



Ausblick auf das nächste Thema des Monats

Wir werden spontan ein spannendes Thema finden!