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Thema des Monats

Geflügelpest

Das nationale Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) hat am Montag einen weiteren Fall von Geflügelpest in Niedersachsen festgestellt: Im Landkreis Harburg ist ein Bestand mit etwa 33.000 Geflügeltieren betroffen. Damit sind bisher neun Fälle von Geflügelpest bei gehaltenen Tieren in Niedersachsen bestätigt. 


Bei Wildvögeln wurden bislang 25 Feststellungen verzeichnet. Betroffen sind die Landkreise Aurich, Cuxhaven, Friesland, Harburg, Leer, Osnabrück, Osterholz, Stade, Wesermarsch sowie die Stadt Wilhelmshaven. Bereits seit dem 19. November gilt in Niedersachsen der Tierseuchenkrisenfall. Konkret wurde dadurch das Tierseuchenkrisenzentrums im Ministerium aktiviert und die Einrichtung eines Krisenkoordinierungsstabes beim Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Oldenburg angeordnet.


Beim „Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit“ (kurz LAVES) werden die Grundlagen zur Geflügelpest beschrieben:


Die Geflügelpest, auch aviäre Influenza (AI) oder Geflügelgrippe genannt, ist eine hochansteckende Viruskrankheit von Hühnern und Puten, aber auch viele andere Vögel sind empfänglich. Bei den aviären Influenzaviren kann man grundsätzlich zwischen zwei Gruppen, den so genannten niedrig pathogenen („wenig krank machenden“) und den hoch pathogenen („stark krank machenden“) Influenzaviren, unterscheiden. Die hoch pathogenen aviären Influenzaviren (zum Beispiel H5N8) können bei Nutzgeflügel, zum Beispiel bei Hühnern oder Puten, zu hohen Tierverlusten führen. Nur die Infektion mit hochpathogenen aviären Influenzaviren wird als Geflügelpest bezeichnet. Sie ist eine hoch akut verlaufende, fieberhafte Viruserkrankung. Nach einer kurzen Inkubationszeit verläuft die Erkrankung schnell und endet für die betroffenen Tiere meist tödlich. Betroffene Tiere zeigen Symptome wie hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Schwäche, Teilnahmslosigkeit und Atemnot. Es kommt zu einem drastischen Rückgang der Legeleistung.


Das Virus kann einerseits über den direkten Kontakt von Tier zu Tier übertragen werden. Insbesondere wild lebende Wasservögel sind häufig Virusüberträger. Sie erkranken selbst nicht an Geflügelpest, können das Virus aber über große Entfernungen verschleppen. Das Virus verbreitet sich auch über die Luft. Andererseits ist auch die indirekte Übertragung durch Menschen, Fahrzeuge, Mist, Futter oder Transportkisten möglich. Der Mensch ist ein bedeutsamer Überträger der Seuche: über nicht gereinigte und desinfizierte Kleider, Schuhe oder Hände kann die Geflügelpest weiter verbreitet werden. Folgende Schutzmaßnahmen können ergriffen werden:

• Kein Kontakt zu Wildvögeln
• Kein Verfüttern von Speise- und Küchenabfällen oder Eierschalen
• Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen, für Wildvögel unzugänglich aufbewahren
• Stall vor unbefugtem Zutritt sichern
• Nur Personen in den Bestand lassen, die diesen unbedingt aufsuchen müssen
• Tragen von Schutzkleidung
• Hände und Schuhe vor Betreten des Stalls desinfizieren
• Kein Besuch von anderen Geflügelbeständen
• Guter baulicher Zustand der Stallungen
• Regelmäßige Schadnagerbekämpfung
• Eierkartons nur einmal verwenden

Der Verzehr von Geflügelfleisch, Eiern und sonstigen Geflügelprodukten ist unbedenklich. Selbst bei einer Infektion von Hausgeflügelbeständen ist für den Verbraucher keine Gefahr zu erwarten, weil das Virus bereits bei +70° Celsius – und damit bei der üblichen küchenmäßigen Zubereitung – sicher abgetötet wird. Im Kreislauf der Natur ist das Sterben einzelner Tiere ein normaler Vorgang. Besonders im Winter sterben alte und kranke Tiere durch Kälte oder durch schlechte Ernährung häufiger als in anderen Jahreszeiten. Deshalb muss nicht jeder tote Vogel an Geflügelpest gestorben sein! Erst wenn mehrere Vögel deutlich krank erscheinen oder an einer Stelle tot gefunden werden, sollten Sie das zuständige Veterinäramt oder die Polizei benachrichtigen.



Ausblick auf das nächste Thema des Monats

Wir werden spontan ein spannendes Thema finden!