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Thema des Monats

Landwirtschaft im Nebenerwerb

Deutschlandweit wirtschaften fast 60% der Betriebe im Nebenerwerb. Bereits seit Jahren lässt sich beobachten, dass der Anteil der Nebenerwerbsbetriebe wächst: Besonders viele Nebenerwerbler gibt es in Hessen, wo bereits fast 70% noch einem anderen Hauptberuf nachgehen. Geringer sind die Anteile im Norden. Dabei ordnet die Statistik Betriebe als Nebenerwerb ein, wenn weniger als 50% des Einkommens aus dem landwirtschaftlichen Betrieb stammen. Im Bundesdurchschnitt bewirtschaftet einen Nebenerwerb durchschnittlich 25 ha, so der Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes. Das durchschnittliche Einkommen lag im Wirtsjahr 2020/21 bei 12.150 €.


Gerade weil ihre Betriebe eher klein sind, müssten Nebenerwerbslandwirte politisch hoch im Kurs stehen: Schließlich bremsen sie den Strukturwandel. Sie sind oft Botschafter der Landwirtschaft, denn sie treffen tagtäglich Arbeitskollegen und tragen so landwirtschaftliche Themen in die Mitte der Gesellschaft. Dazu arbeiten sie oft auf kleinteiligen bzw. ertragsschwachen Grenzstandorten. So sorgen sie für den Erhalt der Dörfer und der Kulturlandschaft. Viele engagieren sich auch in der Zucht seltener Haustierrassen oder im Naturschutz.


Um in beiden Welten professionell unterwegs zu sein, müssen Betriebsleiter von Nebenerwerbsbetrieben Organisationstalente sein. Denn neben den Jobs muss noch Zeit für Familie, Freunde und Hobbys sein. Hier gibt es unterschiedliche Strategien: Während auf manchen Höfen die Familie anpackt, setzten andere auf mehr Technik, gründen Kooperationen oder schließen Bewirtschaftungsverträge ab. Während sich der reine Ackerbau noch recht gut nach Feierabend und am Wochenende erledigen lässt ist es bei der Haltung von Tieren wichtig, dass auch jemand tagsüber zu Hause ist. Hier kommen z.B. die rüstigen Altenteiler ins Spiel. Generell ist es von Vorteil, wenn sich der Hauptjob durch regelmäßige Arbeitszeiten und wenig Überstunden auszeichnet. 

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen bietet regelmäßig einen Lehrgang zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung nach § 45 (2) Berufsbildungsgesetz (BBiG) an. Die Seminareinheiten finden in den Winterhalbjahren einmal pro Woche statt. Dieser spezielle Lehrgang dient zur „Vorbereitung auf die Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Landwirt“. Der Lehrgang richtet sich an Nebenerwerbslandwirte oder Hofnachfolger die zunächst einen anderen Beruf erlernt haben, aber durch mehrjährige regelmäßige Mithilfe in elterlichen oder benachbarten Betrieben grundlegende praktische Erfahrungen erworben haben. Aufgrund dieser Voraussetzung hat diese Personengruppe die Möglichkeit auf Antrag zur Abschlussprüfung im Beruf Landwirt/in zugelassen zu werden.

Ob mit oder ohne Abschlussprüfung – Leidenschaft für die Landwirtschaft bringen alle Nebenerwerbler als Grundvoraussetzung mit. Im Kreis Harburg haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Menschen für den Weg in die oder auch zurück in die Landwirtschaft entschieden. Einige möchten Ihre Liebe zum Pferd ausbauen, pachten sich Grünland zu und gründen einen kleinen Pensionspferdebetrieb. Andere haben einen Gewerbebetrieb und nutzen freie Maschinen- und Arbeitskapazitäten, um ehemals verpachtete Flächen wieder selbst zu bewirtschaften. Und schließlich gibt es noch die Nachkommen der früheren Haupterwerbsbetriebe, die ihr Familieneinkommen auf eine breitere Basis stellen möchten.



Ausblick auf das nächste Thema des Monats

Wir werden spontan ein spannendes Thema finden!